Ein Spiel, das wirklich verdammt schwer zu schlagen ist heisst Kansas City Lowball bzw. Deuce to Seven Lowball. Nicht umsonst sitzen beim WSOP-Event ständig etablierte Profis am Finaltisch. Es ist ein Spiel mit wenigen Informationen, aber geringem Glücksfaktor. Deswegen haben diejenigen, die es verstehen einen signifikanten Vorteil, nicht so wie in No Limit Hold'em.
Regeln
Das Spiel wird in No Limit Form ausgetragen, wobei meist mit Ante gespielt wird. Es gibt wie in NL Hold'em zwei Blinds, allerdings gibt es nur zwei Setzrunden:
Vor dem Draw: Jeder Spieler bekommt fünf Karten. Es wird wie üblich gesetzt. Nachdem alle Spieler den gleichen Betrag gesetzt haben wird gedrawed, sprich neue Karten gezogen.
Nach dem Draw: Der Draw erfolgt wie bei No Limit Hold'em in derselben Reihenfolge, d.h. der Small Blind beginnt und der Dealer ist zuletzt an der Reihe.
Es dürfen soviele Karten wie nötig getauscht werden. Hat jeder Spieler gedrawed, so wird eine neue Setzrunde gestartet. Haben wieder alle Spieler denselben Betrag gesetzt, kommt es zum Showdown und die niedrigste Hand gewinnt:
Die Nuts sind 75432, die Second Nuts 76432 usw. Es zählt ganz einfach die niedrigste Hand, die Hand, die weder einen Straight, noch einen Flush bildet. Wichtig ist, dass das Ass als Ass zählt, nur als ein solches und nicht als eine Eins! A2345 ist deswegen keine Strasse, sondern Ass hoch und schlägt damit 66KT9!
Die Reihenfolge ist dieselbe wie bei Hold'em, nur dass eben die niedrigste Hand zählt, was eigentlich nur eine High Card im Bereich 7 – Q sein sollte wenn es zum Showdown kommt.
Spiel vor dem Draw
Als Faustregel gilt, dass man eine spielbare Hand hat, wenn man höchstens zwei Karten drawen muss. Z.B. ist QJ257 durchaus spielbar. Es sollte QJ weggeworfen und 257 behalten werden. Dann ist der Draw in Ordnung. Wieviele Karten man letztlich nimmt, hängt stark vom Gegner ab. Vor dem Draw heißt es seine ersten fünf Karten zu bewerten und danach zu spielen. AAKKK, AKQJ7 und dergleichen sollte strikt gefoldet werden. Am besten ist natürlich ein Draw mit nur einer Karte wie 88632, man wirft die Acht weg und hat einen sehr guten Draw.
So bekommt man mit 4, 5, 7 eine 8 Low, was eine starke Hand ist. Die Outs sind sozusagen 4 Vierer, 4 Fünfer und 4 Siebener. Bei 47 ungsehenen Karten kein schlechter Draw.
Wenn man sich entscheidet eine Hand zu spielen müssen möglichst wenige Karten gedrawed werden und das Gerüst, das nach der weggeworfenen Karte übrig bleibt sollte möglichst gut sein. 4567A ist zwar auf dem ersten Blick ein guter Draw, aber letztlich Mist, da nur die 2 ein Out ist, wenn man das Ass austauscht. Mit 3 und 8 bekommt man eine Strasse und ist sicherlich geschlagen! Eine 9 Low kann gut sein, ist aber nicht sicher.
AKT23 ist eine schlechte Hand und sollte einfach gefoldet werden. Die Chancen eine ordentliche Hand zu bekommen sind sehr gering. Tauscht man drei Karten, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch entweder zu pairen oder nochmal eine hohe Karte zu bekommen. Tauscht man nur A und K, so muss die Ten Low nicht unbedingt gut sein, selbst wenn man sie bekommen sollte.
Eine starke Hand ist eine sogenannte Pat Hand wie 86532, 75432, 97543, die keine Karte tauschen sollten. Mit diesen Händen sollte kontinuierlich erhöht werden, da man in sogut wie allen Fällen bereits ohne Verbesserung der Favorit ist. Sehr gute Hände sind welche, die nur eine Karte drawen müssen um eine starke Hand zu machen.
Dabei sollten Strassenmöglichkeiten ausgeschlossen sein und am besten löst man ein Paar auf der Hand auf, da dadurch die Wahrscheinlichkeit sinkt durch die neue Karte gepaired zu werden. 88632 ist eine bessere Hand als A8632, da bereits eine Acht aus dem Deck genommen wird, die das Gerüst (8632) paaren könnte. J7432 ist ein besserer Draw als J7654, da die Acht oder die Drei im letzten Fall eine Strasse bauen kann.
Eine Hand mit einem guten One-Card Draw (= eine Karte, die getauscht werden muss) ist in den meisten Fällen einen Raise wert. Je besser das Gerüst, desto aggressiver kann gespielt werden.
Ein Two-Card Draw ist nur spielbar, wenn der Draw günstig ist (SB, BB, Button mit Limper) und der Draw auch gute Qualität hat, so wie AA723, QJ428. Diese Hände haben sogar bei zwei Draw-Karten Potential.
Spiel beim Draw
Position ist in diesem Spiel ungefähr genauso wichtig wie in No Limit Hold'em, also absolut entscheidend! Sitzt man am Button sieht man genau welche Spieler welche Anzahl an Karten gedrawed haben. Das ist in vielen Situationen ein ganz entscheidender Vorteil! Erhöht man z.B. vor dem Flop mit JT732 am Button und wird vom Big Blind gecallt. Der BB checkt (= Stand Pat,sprich keine Karte ziehen) und nun stellt sich die Frage ob und wieviele Karten gedrawed werden sollten. Der BB könnte J low haben (J6328) und glaubt, dass die Hand gut genug ist um in einem Showdown zu bestehen. Vor allem ist er leichter Favorit, wenn der Button eine Karte drawed und das sollte er in den meisten Fällen, wenn der Gegner solche Stärke zeigt. Er hat auch einen guten J low und schlägt JT, J9, J8 und J7 low! Q low ist auszuschließen, da er niemals davon ausgehen kann, dass seine Hand gut genug ist. Ten und Nine low ist wahrscheinlich, da er mit Eight low wohl vor dem Flop gereraised hätte, weil es zu dritt eine Monsterhand ist!
Sagen wir er hat entweder J, T oder 9 low. Was sollte man mit einem 7 low two Card Draw und Jack low anstellen? Nur den Buben wegzuwerfen könnte bedeuten, dass der Button drawen dead ist. Drawed er J und T, so hat er einen Monsterdraw, aber braucht zwei gute Karten. Die Odds stehen hierzu nicht unbedingt gut.
Das sind so die Gedanken, die einem bei diesen Entscheidungen durch den Kopf gehen sollten. Es wäre wohl das beste nur den Buben zu drawen, dann hat der Button 20 Outs um Ten low zu machen, was in den meisten Fällen ausreicht.
Was ist wenn der Big Blind zwei Karten zieht? Dann ist Jack low wohl ausreichend und der Button sollte einfach checken und warten was der BB nach dem Draw veranstaltet. Bei einer Karte ist der Button auch in guter Lage, wenn er einfach stand patted und keine drawed.
Diese Informationen sind die einzigen, die man bekommt, deswegen ist es unglaublich wichtig sie effektiv zu nutzen!
Snowing
Das ist der Begriff für einen Bluff im 2-7 Lowball. Man repräsentiert einfach eine starke Hand, die man gar nicht hat. Allerdings spielt die eigene Hand eine Rolle, da diese für den Gegner wertvolle Karten beinhaltet und damit die Erfolgsquote für das Snowing steigern kann. Hat man selbst 22227, so ist dies eine excellente Snowing-Hand, da bereits alle Zweien im Deck vergriffen sind.
Der Gegner kann somit bestenfalls 8 Low haben und es ist fraglich ob er zwei dicke Einsätze damit callen kann. Schöne Snowing-Hands sind auch 77788, 66772 usw. Einfach Hände, die wertvolle Karten für den Gegner wegnehmen. Mit 77788 ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Gegner eine 7 Low bilden kann. Fast genauso unwahrscheinlich ist eine 8 Low. Ist der Druck hoch genug, so wird er Probleme bekommen, wenn er eine Entscheidung für viele Chips treffen muss und gerade mal 96432 hat.
WSOP 2004
Um alles etwas besser zu beleuchten möchte ich ein paar Hände vom Final Table des WSOP Events 2004 analysieren.
Spieler am Tisch, wie bereits angekündigt die besten der besten:
Chris Ferguson
Howard Lederer
Barry Greenstein
Chau Giang
Will Wilkinson
Steve Zolotow
Lyle Berman
Hand 1:
Will bekommt A8762 und erhöht auf 20 000. Das ist, wie oben beschrieben eine recht gute One-Card Draw Hand. Das Ass muss natürlich weg, er drawed zu einer 8 low, die er mit 12 Outs komplettieren kann. Nine und Ten low sind auch nicht ganz so schlecht, falls er eine Zehn oder Neun bekommt.
Lederer hat 9544A und gerade mal einen 9 low Draw, mit zwei Karten. Ein klarer Fold.
Ferguson bekommt 22987 im Small Blind und callt. Keine schlechte Hand, er braucht nur eine Karte austauschen und wenn diese eine 3,4,5 oder 6 ist, so hat er mit 9 Low eine starke Hand.
Der Big Blind folded und Ferguson ist an der Reihe. Er hat eine leichte Entscheidung zu treffen und wirft eine seiner Zweien weg.
Will Wilkinson tauscht ebenfalls nur eine Karte, natürlich das Ass. Die beiden Draws gegeneinander sehen demnach wie folgt aus: 8762 vs. 2987 und die Chancen stehen 56 % zu 44 %. Natürlich sollte der 8 Low Draw ein Favorit sein, allerdings ist Fergusons 9 low Draw besser zusammengesetzt. Der Grund hierfür ist die große Lücke zwischen 2 und 7.
Ferguson bekommt eine drei und hat nun 98723, eine 9 Low und damit eine starke Hand. Es gibt keinen Grund nicht zu setzen und Ferguson setzt den Short Stack Wilkinson allin. Dieser bekommt eine 5, hat nun 87625 und damit die bessere Hand.
Hand 2:
Giang hat J9752 auf der Hand und raised (in diesem Fall macht er ausversehen einen ordentlichen Overraise mit 40 000, so dass er Verwunderung bei seinen Mitspielern auslöst). Die Hand ist sehr stark und kann je nach Action anders gespielt werden. J low kann ausreichend sein, wenn z.B. der BB callt und drawed. Ansonsten wird er wohl auf 9 low drawen müssen und bekommt hierfür gute Odds.
Lederer bekommt 87632 und geht allin, was mit dieser Hand und wenigen Chips vor sich wirklich eine leichte Entscheidung ist.
Giang gibt nun zu, dass er vor dem Flop einen total falschen Einsatz gewählt hat und kann mit seiner Hand nicht mehr ganz so glücklich sein. J low kann nicht ausreichend sein und selbst wenn er den Buben abwirft, ist es gut möglich, dass er in eine bessere Neun Low läuft, oder schon drawen dead ist! Er foldet.
Hand 3:
Berman ist short stacked und geht mit J9862 allin. Relativ guter Nine low Draw, falls er gecallt wird.
Steve Zolotow callt mit 87653, hat damit eine Made 8 Low und standed natürlich pat.
Nun hat Berman eine sehr wichtige Entscheidung zu treffen. J low wird kaum ausreichend sein, deswegen muss er zumindest diesen loswerden. Sein 9 low ist aber auch nicht gerade gut und 97XXX schlägt ihn z.B. Zolotow kann natürlich eine Ten low haben und würde genauso spielen. Keine schöne Entscheidung und Berman drawed nur eine Karte und ist somit schon drawen dead!
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Das Spiel wird in No Limit Form ausgetragen, wobei meist mit Ante gespielt wird. Es gibt wie in NL Hold'em zwei Blinds, allerdings gibt es nur zwei Setzrunden:
Vor dem Draw: Jeder Spieler bekommt fünf Karten. Es wird wie üblich gesetzt. Nachdem alle Spieler den gleichen Betrag gesetzt haben wird gedrawed, sprich neue Karten gezogen.
Nach dem Draw: Der Draw erfolgt wie bei No Limit Hold'em in derselben Reihenfolge, d.h. der Small Blind beginnt und der Dealer ist zuletzt an der Reihe.
Es dürfen soviele Karten wie nötig getauscht werden. Hat jeder Spieler gedrawed, so wird eine neue Setzrunde gestartet. Haben wieder alle Spieler denselben Betrag gesetzt, kommt es zum Showdown und die niedrigste Hand gewinnt:
Die Nuts sind 75432, die Second Nuts 76432 usw. Es zählt ganz einfach die niedrigste Hand, die Hand, die weder einen Straight, noch einen Flush bildet. Wichtig ist, dass das Ass als Ass zählt, nur als ein solches und nicht als eine Eins! A2345 ist deswegen keine Strasse, sondern Ass hoch und schlägt damit 66KT9!
Die Reihenfolge ist dieselbe wie bei Hold'em, nur dass eben die niedrigste Hand zählt, was eigentlich nur eine High Card im Bereich 7 – Q sein sollte wenn es zum Showdown kommt.
Spiel vor dem Draw
Als Faustregel gilt, dass man eine spielbare Hand hat, wenn man höchstens zwei Karten drawen muss. Z.B. ist QJ257 durchaus spielbar. Es sollte QJ weggeworfen und 257 behalten werden. Dann ist der Draw in Ordnung. Wieviele Karten man letztlich nimmt, hängt stark vom Gegner ab. Vor dem Draw heißt es seine ersten fünf Karten zu bewerten und danach zu spielen. AAKKK, AKQJ7 und dergleichen sollte strikt gefoldet werden. Am besten ist natürlich ein Draw mit nur einer Karte wie 88632, man wirft die Acht weg und hat einen sehr guten Draw.
So bekommt man mit 4, 5, 7 eine 8 Low, was eine starke Hand ist. Die Outs sind sozusagen 4 Vierer, 4 Fünfer und 4 Siebener. Bei 47 ungsehenen Karten kein schlechter Draw.
Wenn man sich entscheidet eine Hand zu spielen müssen möglichst wenige Karten gedrawed werden und das Gerüst, das nach der weggeworfenen Karte übrig bleibt sollte möglichst gut sein. 4567A ist zwar auf dem ersten Blick ein guter Draw, aber letztlich Mist, da nur die 2 ein Out ist, wenn man das Ass austauscht. Mit 3 und 8 bekommt man eine Strasse und ist sicherlich geschlagen! Eine 9 Low kann gut sein, ist aber nicht sicher.
AKT23 ist eine schlechte Hand und sollte einfach gefoldet werden. Die Chancen eine ordentliche Hand zu bekommen sind sehr gering. Tauscht man drei Karten, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch entweder zu pairen oder nochmal eine hohe Karte zu bekommen. Tauscht man nur A und K, so muss die Ten Low nicht unbedingt gut sein, selbst wenn man sie bekommen sollte.
Eine starke Hand ist eine sogenannte Pat Hand wie 86532, 75432, 97543, die keine Karte tauschen sollten. Mit diesen Händen sollte kontinuierlich erhöht werden, da man in sogut wie allen Fällen bereits ohne Verbesserung der Favorit ist. Sehr gute Hände sind welche, die nur eine Karte drawen müssen um eine starke Hand zu machen.
Dabei sollten Strassenmöglichkeiten ausgeschlossen sein und am besten löst man ein Paar auf der Hand auf, da dadurch die Wahrscheinlichkeit sinkt durch die neue Karte gepaired zu werden. 88632 ist eine bessere Hand als A8632, da bereits eine Acht aus dem Deck genommen wird, die das Gerüst (8632) paaren könnte. J7432 ist ein besserer Draw als J7654, da die Acht oder die Drei im letzten Fall eine Strasse bauen kann.
Eine Hand mit einem guten One-Card Draw (= eine Karte, die getauscht werden muss) ist in den meisten Fällen einen Raise wert. Je besser das Gerüst, desto aggressiver kann gespielt werden.
Ein Two-Card Draw ist nur spielbar, wenn der Draw günstig ist (SB, BB, Button mit Limper) und der Draw auch gute Qualität hat, so wie AA723, QJ428. Diese Hände haben sogar bei zwei Draw-Karten Potential.
Spiel beim Draw
Position ist in diesem Spiel ungefähr genauso wichtig wie in No Limit Hold'em, also absolut entscheidend! Sitzt man am Button sieht man genau welche Spieler welche Anzahl an Karten gedrawed haben. Das ist in vielen Situationen ein ganz entscheidender Vorteil! Erhöht man z.B. vor dem Flop mit JT732 am Button und wird vom Big Blind gecallt. Der BB checkt (= Stand Pat,sprich keine Karte ziehen) und nun stellt sich die Frage ob und wieviele Karten gedrawed werden sollten. Der BB könnte J low haben (J6328) und glaubt, dass die Hand gut genug ist um in einem Showdown zu bestehen. Vor allem ist er leichter Favorit, wenn der Button eine Karte drawed und das sollte er in den meisten Fällen, wenn der Gegner solche Stärke zeigt. Er hat auch einen guten J low und schlägt JT, J9, J8 und J7 low! Q low ist auszuschließen, da er niemals davon ausgehen kann, dass seine Hand gut genug ist. Ten und Nine low ist wahrscheinlich, da er mit Eight low wohl vor dem Flop gereraised hätte, weil es zu dritt eine Monsterhand ist!
Sagen wir er hat entweder J, T oder 9 low. Was sollte man mit einem 7 low two Card Draw und Jack low anstellen? Nur den Buben wegzuwerfen könnte bedeuten, dass der Button drawen dead ist. Drawed er J und T, so hat er einen Monsterdraw, aber braucht zwei gute Karten. Die Odds stehen hierzu nicht unbedingt gut.
Das sind so die Gedanken, die einem bei diesen Entscheidungen durch den Kopf gehen sollten. Es wäre wohl das beste nur den Buben zu drawen, dann hat der Button 20 Outs um Ten low zu machen, was in den meisten Fällen ausreicht.
Was ist wenn der Big Blind zwei Karten zieht? Dann ist Jack low wohl ausreichend und der Button sollte einfach checken und warten was der BB nach dem Draw veranstaltet. Bei einer Karte ist der Button auch in guter Lage, wenn er einfach stand patted und keine drawed.
Diese Informationen sind die einzigen, die man bekommt, deswegen ist es unglaublich wichtig sie effektiv zu nutzen!
Snowing
Das ist der Begriff für einen Bluff im 2-7 Lowball. Man repräsentiert einfach eine starke Hand, die man gar nicht hat. Allerdings spielt die eigene Hand eine Rolle, da diese für den Gegner wertvolle Karten beinhaltet und damit die Erfolgsquote für das Snowing steigern kann. Hat man selbst 22227, so ist dies eine excellente Snowing-Hand, da bereits alle Zweien im Deck vergriffen sind.
Der Gegner kann somit bestenfalls 8 Low haben und es ist fraglich ob er zwei dicke Einsätze damit callen kann. Schöne Snowing-Hands sind auch 77788, 66772 usw. Einfach Hände, die wertvolle Karten für den Gegner wegnehmen. Mit 77788 ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Gegner eine 7 Low bilden kann. Fast genauso unwahrscheinlich ist eine 8 Low. Ist der Druck hoch genug, so wird er Probleme bekommen, wenn er eine Entscheidung für viele Chips treffen muss und gerade mal 96432 hat.
WSOP 2004
Um alles etwas besser zu beleuchten möchte ich ein paar Hände vom Final Table des WSOP Events 2004 analysieren.
Spieler am Tisch, wie bereits angekündigt die besten der besten:
Chris Ferguson
Howard Lederer
Barry Greenstein
Chau Giang
Will Wilkinson
Steve Zolotow
Lyle Berman
Hand 1:
Will bekommt A8762 und erhöht auf 20 000. Das ist, wie oben beschrieben eine recht gute One-Card Draw Hand. Das Ass muss natürlich weg, er drawed zu einer 8 low, die er mit 12 Outs komplettieren kann. Nine und Ten low sind auch nicht ganz so schlecht, falls er eine Zehn oder Neun bekommt.
Lederer hat 9544A und gerade mal einen 9 low Draw, mit zwei Karten. Ein klarer Fold.
Ferguson bekommt 22987 im Small Blind und callt. Keine schlechte Hand, er braucht nur eine Karte austauschen und wenn diese eine 3,4,5 oder 6 ist, so hat er mit 9 Low eine starke Hand.
Der Big Blind folded und Ferguson ist an der Reihe. Er hat eine leichte Entscheidung zu treffen und wirft eine seiner Zweien weg.
Will Wilkinson tauscht ebenfalls nur eine Karte, natürlich das Ass. Die beiden Draws gegeneinander sehen demnach wie folgt aus: 8762 vs. 2987 und die Chancen stehen 56 % zu 44 %. Natürlich sollte der 8 Low Draw ein Favorit sein, allerdings ist Fergusons 9 low Draw besser zusammengesetzt. Der Grund hierfür ist die große Lücke zwischen 2 und 7.
Ferguson bekommt eine drei und hat nun 98723, eine 9 Low und damit eine starke Hand. Es gibt keinen Grund nicht zu setzen und Ferguson setzt den Short Stack Wilkinson allin. Dieser bekommt eine 5, hat nun 87625 und damit die bessere Hand.
Hand 2:
Giang hat J9752 auf der Hand und raised (in diesem Fall macht er ausversehen einen ordentlichen Overraise mit 40 000, so dass er Verwunderung bei seinen Mitspielern auslöst). Die Hand ist sehr stark und kann je nach Action anders gespielt werden. J low kann ausreichend sein, wenn z.B. der BB callt und drawed. Ansonsten wird er wohl auf 9 low drawen müssen und bekommt hierfür gute Odds.
Lederer bekommt 87632 und geht allin, was mit dieser Hand und wenigen Chips vor sich wirklich eine leichte Entscheidung ist.
Giang gibt nun zu, dass er vor dem Flop einen total falschen Einsatz gewählt hat und kann mit seiner Hand nicht mehr ganz so glücklich sein. J low kann nicht ausreichend sein und selbst wenn er den Buben abwirft, ist es gut möglich, dass er in eine bessere Neun Low läuft, oder schon drawen dead ist! Er foldet.
Hand 3:
Berman ist short stacked und geht mit J9862 allin. Relativ guter Nine low Draw, falls er gecallt wird.
Steve Zolotow callt mit 87653, hat damit eine Made 8 Low und standed natürlich pat.
Nun hat Berman eine sehr wichtige Entscheidung zu treffen. J low wird kaum ausreichend sein, deswegen muss er zumindest diesen loswerden. Sein 9 low ist aber auch nicht gerade gut und 97XXX schlägt ihn z.B. Zolotow kann natürlich eine Ten low haben und würde genauso spielen. Keine schöne Entscheidung und Berman drawed nur eine Karte und ist somit schon drawen dead!
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