Der Bluff beim Poker Teil 1


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Der Bluff ist ein sehr starker Spielzug im Poker, da er es ermöglicht, ohne eine gute Hand, gutes Geld zu machen. Wenn Sie die Kunst des Bluffens beherrschen, sind nicht mehr sklavisch den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit ausgeliefert. Sie müssen nicht stundenlang auf gute Poker-Hände warten wenn Sie auch mit 72-offsuit gewinnen können. Machen Sie sich klar, das Bluffen im No Limit Hold’em Poker und Pot Limit Poker wichtiger ist als im Limit-Poker. Beim Limit-Poker gibt es viel mehr Calls, da diese nicht so teuer sind wie beim No Limit Hold’em Poker. Der Call ist natürlich das Ende eines jeden Bluffs. Betrachten wir zunächst, welche Arten von Bluffs wir kennen.
Semi-Bluff – Der halbe Bluff
Bluffs lassen sich zunächst nach ihrer Handstärke unterscheiden. Der reine Bluff basiert auf gar keiner bzw. einer sehr schwachen Hand. Der Semi-Bluff hingegen wird mit einer Hand gemacht, die momentan zwar relativ schwach ist, aber noch Potential hat, zum Beispiel ein Flush Draw auf dem Flop mit Bottom Pair. Geht der Gegner nach meinem Einsatz raus, so haben Sie Ihr Ziel erreicht und den Pot gewonnen. Wenn der Gegner nicht aufgibt, haben Sie als zusätzliche Option, mit Ihrer Hand regulär zu gewinnen, da noch Potential in ihr steckt. Der Vorteil beim Semi-Bluff ist also, dass Sie auf zwei Arten gewinnen können.

Post-Oak-Bluff – Weniger ist mehr
Bezüglich der Einsatzhöhe kann man den normalen Bluff vom Post-Oak-Bluff unterscheiden. Beiden ist gemeinsam, dass man nichts oder sehr wenig auf der Hand hat. Beim normalen Bluff setzen Sie hoch. Sie wollen den anderen durch einen hohen Einsatz dazu bringen, mit der besseren Hand aufzugeben.
Beim Post-Oak-Bluff hingegen setzen Sie relativ niedrig, um dem Gegner zu suggerieren, dass Sie eine gute Hand haben und „Betting for Value“ betreiben, dass Sie also setzen, um Geld in den Pot zu kriegen. Post-Oak Bluffs sind vor allem gegen gute Poker-Spieler angebracht, die einen normalen Bluff schnell durchschauen.

Gegen Anfänger ist der Post-Oak-Bluff meist völlig verfehlt, da diese niedrige Einsätze meist, ohne mit der Wimper zu zucken, mitgehen. Bedenken Sie beim Post-Oak-Bluff immer, dass wegen der niedrigen Einsatzhöhe und der guten Pot Odds, die man dadurch gibt, die Gefahr besteht, dass der Gegner einfach nur mitgeht und den Bluff auffliegen lässt.

Beim Bluffen kommt es immer auf die richtige Dosis an. Wenn Sie selten oder nie bluffen, laufen Sie Gefahr, zu wenige Pötte zu gewinnen. Ihr Spiel tendiert dann zu sehr in Richtung tight – passive. Die anderen Spieler bluffen munter drauf los und „stehlen“ einen Pot nach dem anderen, während Sie auf gute Hände angewiesen sind. Wenn Sie dagegen zu häufig bluffen, werden die anderen Poker-Spieler dies sehr schnell merken und ehe Sie sich versehen, haben Sie einen Call nach dem anderen und ihr Geld verloren.



Ideal ist also eine Spielweise, die ein tightes Spiel mit einigen Bluffs zur rechten Zeit „würzt“. Denn eines ist klar: Damit die Leute ihre guten Blätter ausbezahlen, müssen Sie wissen, dass Sie überhaupt zu einem Bluff fähig sind. Das müssen Sie demonstrieren. Sie bekommen dann häufiger den gewinnbringenden Call bei einem guten Blatt.

Man kann hier sogar so weit gehen, sich genau sein Verhalten bei einem misslungenen Bluff zu merken und dies dann exakt zu wiederholen, wenn man nicht blufft und auf eine starke Hand wettet. Die Gegner vermuten einen Bluff und gehen mit – Die Kasse klingelt. Umgekehrt habe ich selbst bei meinem Spiel mehrmals ein seltsames Erlebnis gehabt: Manchmal war ich abgelenkt und habe mich mit meinen Hole-Cards vertan. In einem Fall habe ich einen Buben mit einem König verwechselt und habe gedacht, ich hätte einen Drilling. Ich hatte aber keinen. Ich habe einfach den Drilling gespielt und gewonnen, weil mein Bluff so gut war. Er war so gut, weil ich selber getäuscht war.

Wann bluffen?

Ein Bluff kann immer nur situationsbedingt erfolgen. Es kommt darauf an, genau den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, wobei natürlich Position, das Wettverhalten der anderen, Tells und viele andere Faktoren eine Rolle spielen. Es ist eine Kunst, den richtigen Moment zum Bluffen zu erkennen und auszunutzen. Ein schlechter Bluff kann sehr kostspielig sein. Die folgenden Regeln sollen Ihnen Anregungen geben, wann ein Bluff angebracht sein kann. Sie müssen einen Instinkt entwickeln, um zu fühlen: Wann kann ich zuschlagen? Wann kann ich bluffen?

  • Im Allgemeinen ist ein Bluff immer angebracht, wenn der Gegner Schwäche zeigt. Ein Indikator für Schwäche kann neben dem Wettverhalten dessen Körpersprache sein. Ein Bluff ist oft nicht mehr sinnvoll, wenn ein Gegner bereits Stärke gezeigt hat. Wenn ein Spieler Schwäche gezeigt hat, dann ist er auch meistens schwach. Schlechte Hände kommen häufiger vor als gute, und nur die besten Hände eignen sich zum Slow Play. Denken Sie also nicht zu kompliziert und reagieren Sie ruhig mit einem Bluff auf Schwäche. Denken Sie immer über einen Bluff nach, wenn die Gegner zu Ihnen durchgecheckt haben.
  • Je weniger Geld im Pot ist, desto eher funktioniert ein Bluff. Je mehr Geld ein Spieler bereits in den Pot investiert hat, desto schwieriger wird es für ihn, sich von seiner Hand zu trennen. Hieraus kann man ableiten, dass beim No Limit Hold’em Bluffs vor oder auf dem Flop in der Regel eher funktionieren als auf Turn und River.
  • Ein guter Zeitpunkt für einen Bluff ist, wenn Sie ihrerseits einen Bluff des Gegners vermuten. Ein Bluff gegen einen Bluff in Form einer Erhöhung ist ein sehr starker Spielzug, weil er eine weniger starke Hand als ein Mitgehen erfordert. In vielen Situationen wird der Spieler seinen Bluff aufgeben weil er denkt, er sei erwischt worden. Natürlich müssen Sie sich dabei relativ sicher sein, dass der Gegner blufft, sonst kann es sehr teuer für Sie werden.
  • Ein Bluff funktioniert dann sehr gut, wenn das eigene vorhergehende Wettverhalten in der Runde auf eine gute Hand schließen lässt. Hat man beispielsweise vor dem Flop gewettet oder erhöht, so ist eine Wette oder Erhöhung auch nach dem Flop glaubhafter. Dieses im Texas Hold’em sehr wichtige Konzept nennt man Fortsetzungswette.
  • Je besser meine Position ist und je weniger Spieler in der Hand sind, desto wahrscheinlicher gewinne ich die Hand durch einen Bluff.
  • Grundsätzlich sollte die Bluff-Wette hoch sein. Ein Bluff sollte dem Gegner in der Regel schlechte Pot Odds geben, um ein Mitgehen unprofitabel zu machen. Es sollte mindestens die Hälfte des Pots sein, manchmal der ganze Pot oder mehr. Pot Odds ab 30 % aufwärts geben Spielern nämlich zu denken und machen einen Call in vielen Fällen unprofitabel. Wetten Sie aber auch nicht unnötig viele Chips. Hören Sie auf David Sklansky: „Bet enough to get the job done, but not more.“
  • Bluffs gegen Anfänger sind meist völlig verfehlt. Gerade Anfänger sind meist so genannte Calling Stations und schauen sich wie die Sheriffs jedes Blatt an. Bluffen Sie lieber Gegner, die sehr tight und ängstlich spielen. Diese Gegner sind ideal, denn sie fühlen sich generell besser, wenn sie eine Hand wegwerfen. Für diese Spieler ist das Glas immer halbleer statt halbvoll, und sie suchen immer nach einem Grund, sich von ihrer Hand zu trennen. Geben Sie diesen mutlosen Spielern einen Grund.
  • Vorsicht bei absoluten Top-Spielern. Diese durchschauen Ihre Bluffs schneller und könnten böse kontern oder mitgehen. Ideal zum Bluffen sind mittelmäßige Spieler. Es bringt nichts, auf Ziele zu schießen, die schlecht oder zu gut verteidigt sind.
  • Vorsicht ist auch bei vielen Spielern am Tisch oder in der Hand geboten. Hier sind potentiell stärkere Blätter unterwegs als bei einem Short-Handed-Spiel. Bluffen Sie grundsätzlich nicht aus schlechter Position in ein großes Feld von Spielern hinein.
  • Wenn Sie bluffen, dann ist es immer besser, eine bestimmte Hand zu repräsentieren, anstatt einfach nur Stärke zu zeigen. Wetten Sie auf Scare-Cards, zu Deutsch Angstkarten, die auf dem Board auftauchen und vermitteln Sie damit spezifische Informationen: „Ich habe Trips. Ich habe das Full-House. Der River hat mich getroffen und so weiter.“
  • Ein Bluff klappt besser, wenn es keine Indikatoren dafür gibt, dass Sie auf einem Draw waren, der jetzt gescheitert sein könnte, zum Beispiel zwei gleiche Farben auf dem Board.
  • Die Gegner sollten weder sehr viele noch sehr wenige Chips übrig haben. Die Gefahr bei demjenigen mit wenig Chips ist, dass er verzweifelt ist und aus diesem Grund einen All In Move machen könnte und so den Bluff ruiniert. Ein Gegner mit vielen Chips kann es sich erlauben, einfach mitzugehen.
  • Preflop zu bluffen bedeutet meist, dass man schlicht und einfach die Blinds klaut. Vor allem als Big Blind sollte man immer an einen Bluff denken, wenn alle außer der Small Blind rausgegangen sind. Die Small Blind ist häufig nur mitgegangen, weil es für sie nur die Hälfte gekostet hat, und man hat zusätzlich in den nachfolgenden Wettrunden Position auf sie.
  • Ein Bluff funktioniert in der Regel nur, wenn man hochkonzentriert- und voll im Spielgeschehen drin ist. Um „tricky“ zu sein, braucht man Energie, Konzentration und Selbstvertrauen. Nur so kann man Manöver gegen den Gegner fahren. Es ist wie im Polizeiverhör: Die Wahrheit ist viel weniger anstrengend als die Lüge, weil man bei der Lügenversion ständig darauf Acht geben muss, dass man sich nicht verplappert. Bluffen Sie daher nicht, wenn Ihr Spiel aus dem Gleichgewicht geraten ist oder wenn Sie gerade am Boden zerstört sind, weil Sie vorher hoch verloren haben. In dem Zustand werden die Gegner Ihre Bluffs viel leichter durchschauen.


Bluffs provozieren und stoppen
Gegner, die ihr Spiel geschickt und abwechslungsreich gestalten, sind gefährlich. Sie bluffen geschickt und man weiß nie, ob es sich bei ihren Wetten um Value-Bets oder um Bluffs handelt. Dadurch bringen diese Spieler einen dazu, Fehler zu machen. Es ist daher zwingend erforderlich, dass man gerade bei diesen Gegnern Bluffs stoppt bzw. Bluffs provoziert, um sie von ihrer korrekten Bluffstrategie abzubringen. Man sollte Bluffs bei Gegnern provozieren, die dazu tendieren, zu häufig zu bluffen. Umgekehrt sollte man Gegner, die eh schon zuwenig bluffen, vom Bluffen abhalten. So verschlechtert man das Spiel dieser Gegner erheblich. Wie stoppt oder provoziert man einen Bluff?

Vereinfacht gesagt provoziert man einen Bluff, indem man Schwäche zeigt, und man stoppt einen Bluff, indem man Stärke zeigt. Einen Bluff zu provozieren geht stark in die Richtung Slow Play, und einen Bluff zu stoppen tendiert in Richtung Semi Bluff. Der Unterschied zum Slow-Play ist jedoch, dass die eigene Hand nicht so stark sein muss. Man braucht nur einen so genannten „Bluff-Catcher“, also eine Hand, die gerade gut genug ist, um gegen den Bluffer im Showdown zu gewinnen.

Dies waren einige Überlegungen zum Thema Bluffing. Bitte beherzigen Sie die Ratschläge, die ich Ihnen an die Hand gegeben habe und bluffen Sie vor allem nicht aus schlechter Position in ein großes Feld von Spielern hinein. Merken Sie sich, dass Bluffs ein ideales  Mittel sind, um Ihr Spiel für die Gegner undurchschaubar zu halten. Denken Sie auch immer an den berühmten Satz von Mike Caro: „Never bluff a calling-station.“ Den zweiten Teil finden Sie hier: Bluffen Teil 2.
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