Das Rush Phänomen – Jan Meinert


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Ein Spieler, der einen Rush hat, man sagt auch „Lauf“ oder „Run“, gewinnt viele Pötte hintereinander. Ein Rush kann einen Abend oder sogar eine Woche lang anhalten. Der Rush ist im Prinzip das Gegenteil von Tilt.
Wie kommt ein Rush zustande? Zum einen hat der Spieler einfach Glück. Manchmal bekommt man zehnmal die bessere Hand, wie im Roulette auch zehnmal hintereinander Rot kommen kann. Andererseits arbeitet auch das Gehirn durch die wiederholten Erfolgserlebnisse auf Hochtouren. Es kann sehr gut Informationen verarbeiten. Man fühlt sich eins mit dem Tisch. Die anderen Spieler werden lesbar wie offene Bücher. Sie sind so durchsichtig wie Glas, während man selbst wie ein „schwarzer Sack voller Glück“ auf seinem Stuhl sitzt.

Das Selbstvertrauen steigt wegen der ständigen Erfolge und die anderen Spieler haben Angst und geben oft einfach auf, weil man so stark wirkt. Dadurch kann man wiederum den Tisch besser kontrollieren. Ein Rush ist wie eine Lawine, die immer mehr Schnee mit sich reißt. Es hat viel mit Gruppendynamik, Selbstvertrauen und Glück zu tun. Die Gehirnchemie sorgt dafür, dass man schnell denken kann und die Intuition an die Grenze zur Zauberei und Wahrsagerei gesteigert wird. Im Rush zeigt sich uns, wozu unser Hirn eigentlich fähig ist. Wenn Sie selber einen Rush erleben – genießen Sie es, wenn alles fließt.

Der Rush ist das, worum es beim Poker geht: „Life is on the wire, the rest is just waiting.“ Man ist im Flow, und alles ist möglich. Nach dem Rush kann man genauso süchtig werden wie nach einer Droge. Man rennt ständig dem Gefühl des einen Rushs hinterher. Man kann den Rush aber nicht herbeizwingen. Leben Sie sich aus, wenn der Rush kommt.

Leider enden Rushs oft mit einem großen Knall. Dies kann gerade beim No Limit Hold’em so heftig sein, dass der Spieler vor Turnierende durch einen ganz üblen Bad-Beat herausfliegt oder im Cash-game sein ganzes Geld verliert. Warum das so ist, liegt auf der Hand: Irgendwann spielt das Glück nicht mehr mit. Irgendwann ist die Riesenwette im Rush nicht mehr von einer entsprechenden Hand gedeckt. Da der Spieler im Rush aber entsprechend aufgedreht ist, wird er bei seinem Wettverhalten eher „klotzen als klecksen“ und deshalb auch hoch verlieren. Ein solcher Bad-Beat beendet den Rush schlagartig. Der Rush-Spieler wacht auf, und der ganze Zauber ist verflogen.



Die Frage ist, wie man merkt, dass sich der Rush dem Ende nähert. Da der Rush auch ein psychischer Zustand ist, kann es sein, dass er dann vorbei ist, wenn Sie denken, dass er vorbei ist. Vorsicht also! Machen Sie den Rush nicht durch bremsende Gedanken kaputt. Folgen Sie, wie immer im Poker, Ihrem Instinkt. Wenn dieser Ihnen sagt, dass es bald oder jetzt vorbei ist – bremsen Sie sich. Auch ein ungewöhnlich langer Rush ist gefährlich. Rein rechnerisch kann der Rush nur eine gewisse Zeit anhalten. Wie verhalte ich mich also, wenn ich merke, ich habe einen Rush?

  • Genießen Sie es. Denken Sie nicht zuviel darüber nach, sonst zerstören Sie das fragile Gebilde aus Glück, Selbstvertrauen und Gehirnchemie. Sammeln Sie so viele Chips wie möglich.
  • Sollte Ihr Instinkt Ihnen sagen, dass es nicht mehr lange so gehen kann, so ziehen Sie rechtzeitig die Bremse. Schalten Sie vorübergehend auf eine tight-passive Spielweise um, die wenig Risiko birgt. Schließlich wollen Sie nicht von derselben Welle, auf der Sie gesurft sind, zermalmt werden.

Was tue ich in der äußerst unangenehmen Situation, dass ein Gegner einen Rush hat und dabei ist, den ganzen Tisch auszunehmen?

  • Respektieren Sie den Rush. Vermeiden Sie, Hände gegen den Spieler im Rush zu spielen. Meiden Sie diesen Spieler wie der Teufel das Weihwasser. Selbst schlechte Spieler können durch einen Rush kurzzeitig nahezu perfekt spielen. Mehr noch: Der Rush bewirkt, dass sie gewinnen, selbst wenn Sie schlecht spielen. Werden Sie ultratight gegen den Spieler im Rush. Spielen Sie, wenn überhaupt, nur Monsterhände.
  • Sobald Sie merken, dass der Rush des anderen langsam abklingt, schlagen Sie zu. Machen Sie dem Horrorszenario ein Ende. Aber Vorsicht: Viele Spieler, die die Dauer des Rushs falsch einschätzen, verlieren all ihre Chips bei dem Versuch, den Spieler im Rush zu besiegen. Dadurch bekommt der Rush neue Nahrung. Er ist wie ein verzehrendes Feuer, das ständig neue Holzscheite braucht, um weiter zu brennen. Werden Sie kein solcher Holzscheit, sondern lieber der Wassereimer, der das Feuer löscht.
  • Der Rush ist vorbei, sobald der Spieler im Rush einen Bad-Beat kassiert hat. Normalerweise spielt er nach dem Rush schlechter als gewöhnlich. Nutzen Sie dies aus und prügeln auf das Ex-Glückskind ein. Erlauben Sie ihm, Fehler zu machen.
  • Akzeptieren Sie die Existenz des Rushs und beziehen Sie dieses Phänomen in Ihre Entscheidungsfindung mit ein. Poker ist ein Nullsummenspiel der Laune. Das heißt, dass die gute Laune des einen fast immer spiegelbildlich die schlechte Laune des anderen ist.
  • Tun Sie den Rush nicht ab nach dem Motto: „Den Rush gibt es nicht, es ist nur ein Erklärungsversuch für eine Aneinanderreihung von Zufällen.“ Das ist falsch. Ich habe schon oft erlebt, dass Pokerturniere und Cash-Games letztlich durch einen Rush entschieden wurden. Der Rush ist gerade im No Limit ein spielentscheidender Faktor und sollte sehr ernst genommen werden.

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